[sage] IPv6 (war: IE und Self-Signed Certificates?)

Benedikt Stockebrand me at benedikt-stockebrand.de
Thu Nov 20 12:55:47 CET 2008


Moin Gert, Bernhard und Liste,

Gert Doering <gert at greenie.muc.de> writes:

> On Tue, Nov 18, 2008 at 07:51:27AM +0100, Bernhard Schneck wrote:
>> > > [...128bit Adressen...]
>> >
>> > Ich sehe das nicht als ernsthafte Gefahr.
>> >
>> > Warum?  Weil ich rechnen kann :-)
>> 
>> Das haben vor ca. 30 Jahren auch ein paar Leute ge{sagt,glaubt}.
>
> Das 640k-Argument hoer' ich auch immer wieder...
>
> Aber hier spricht die Mathematik klar fuer mich (bzw. IPv6) :-)

wenn mich meine frühgeschichtlichen Kenntnisse nicht im Stich lassen,
ist vor ungefähr dreißig Jahren die Mathematik klar zu dem Ergebnis
gekommen, dass 32 Bit für Adressen zwar viel zu groß sind, aber
deshalb auf jeden Fall reichen -- nachdem sich 6 Bit überraschend als
zu wenig herausgestellt haben.

Nur wenn ich mir ansehe, wie sich die Anzahl der Rechner in den
letzten fünfzehn Jahren entwickelt hat, und dann noch bedenke, dass
Embedded-Systeme und Appliances heute schon rasant zulegen, dann halte
ich alle Spekulationen, wie viele Adressen wir 2038 brauchen, für
heiße Luft.  Es ist letztlich wie mit den 640 kB: Zu der damaligen
Zeit und den damaligen Kosten war das wirklich "genug", weil kaum
jemand für mehr das Geld ausgeben wollte.  Das hat sich seitdem massiv
geändert.  Und auch das, was wir in dreißig Jahren in unseren Netzen
machen werden, lässt sich heute nicht vorhersehen.  Nur dass wir nicht
mehr von Universal-PCs als Masse der Endgeräte ausgehen dürfen, halte
ich persönlich für sehr wahrscheinlich.

Das ist aber nicht wirklich mein Punkt, sondern folgender:

> Wenn man einfach rechnet, wieviele /48s fuer jeden denkbaren Erdbewohner
> da sind (bei ca. 20 Mrd Menschen etwa 500 /48s pro Person, [...]

Du gehst an der Stelle davon aus, dass die erstens effizient genutzt
werden und zweitens gleichmäßig verteilt sind.  Das sind beides
ziemlich gewagte Vermutungen, insbesondere wenn man sich die Situation
im Internet.v4 ansieht.

Was die Effizienz angeht, reicht ein Blick auf solche technischen
Glanzleistungen wie "Connexion by Boeing" (jede 747 ihr eigenes
AS...und das ist leider kein Witz).  Das ist ein Aspekt von dem, was
ich in der vorhergehenden Mail mit "Diffusion" meinte.  sobald die
Adressen so weit genutzt werden,

Vermutlich noch schlimmer wird irgendwann, dass man mit einer
(möglicherweise künstlichen) Verknappung früher oder später Geld
machen kann; denn dann werden einige Leute genau damit Geld machen.
Ob das in zehn, fünfzig oder hundert Jahren soweit sein könnte, will
ich nicht beurteilen, aber es wird irgendwann der Punkt erreicht sein.
Was mich dabei etwas beunruhigt, ist...

> Man koennte argumentieren, dass das doch etwas knapp ist, und dann /56s
> zuteilen - was die grossen Carrier im Zweifel auch machen werden.  Aber
> das ist immer noch ausgesprochen grosszuegig viel IP pro "Anschluss".

...dass sich die Carrier ja schon genau darauf vorzubereiten
scheinen:-)

Und ob ein /56 in dreißig Jahren noch "großzügig" ist, hängt ganz
davon ab, was man bis dahin damit macht.


Viele Grüße,

    Benedikt

-- 
Benedikt Stockebrand, Dipl.-Inform.   http://www.benedikt-stockebrand.de/



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